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Rätselhafter Spannungsverlauf von Flugakkus Typhoon H

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    • Rätselhafter Spannungsverlauf von Flugakkus Typhoon H

      Dear all,
      ich fliege einen Typhoon H mit Yuneec Standardakkus - alle haben ca. 100 Ladezyklen hinter sich und funktionierten bislang problemlos.....bis vorgestern. Situation: alle Akkus mit gleichmäßiger Ladung der Zellen, gesamt je 16,4 V. Außentempertatur 7 Grad C, Windgeschwindigkeit etwa 2 Bft., die Akkus wurden geschützt und wärmeisoliert aufbewahrt. Nach Start des Typhoon fand innerhalb von 30 Sekunden laut Telemetrie ein Spannungsabfall auf 14,8 V statt, der dann über ca. 8 Minuten stabil blieb - nach insges. 12 Minuten setzte die Akkuwarnung für 14,3 V ein. Nach der Landung zeigte mein Spannungsprüfer eine gleichmäßige Ladung der Zellen an, gesamt 15,1 V. Dieses Verhalten wiederholte sich beim zweiten Akku.
      Wer von euch kann mir einen plausiblen Grund für jenes Verhalten nennen....die Außentemperatur kann da wohl nicht alleine kausal sein.....
      Many happy landings,
      Holger
    • rooikrans schrieb:

      Wer von euch kann mir einen plausiblen Grund für jenes Verhalten nennen
      Hallo Holger,
      ich kann nur allgemein etwas zum Verhalten von LiPo´s bei kalten Temperaturen sagen.
      Auszug aus:
      Das-kleine-LiPo-ABC-oder-LiPo-FAQ-V117.pdf

      LiPos werden bei Kälte in der chemischen Reaktion „träger“ (hochohmiger) und deswegen scheint es, als hätten sie nun keine Leistung mehr. Grundsätzlich ist es so, dass die Leistungsfähigkeit mit fallender Temperatur kontinuierlich zurück geht und die Entladerate muss dem Rechnung tragen. Wer das übersieht befindet sich sehr schnell in der Überlastung (zu tiefe Spannungseinbrüche) des Akkus und schadet damit der Lebenserwartung. Hat ein Akku unter 18°C, fällt die empfohlene Entladerate deutlich auf die sonst mögliche C-Rate ab. Nähern wir uns den 10°C, dann sind es schon unter 50% der sonst möglichen C-Rate! Zusätzlich muss damit gerechnet werden, dass die volle Kapazität nicht mehr zur Verfügung steht und die Flugzeit sich merklich reduziert. Letztendlich sind die Akkus bei diesen Temperaturen, tatsächlich nur noch als Empfänger-/Senderstromversorgung zu gebrauchen. Als Antrieb für ein Modell sind die notwendig schonenden Entladeraten dann zu niedrig. Soll dennoch mit Hochstrombelastungen (größer 5C) gearbeitet werden, ist ein Vorwärmen der Akkus unerlässlich. Dazu gibt es verschiedene Lösungen. Die verbreitete Lösung ist die Vorwärmung in einem LiPo-Heizkoffer. Als ideale Vorwärmtemperatur haben sich gut handwarm, also ca. 35°C bis 40°C herausgestellt. Die Vorwärmzeit sollte mindestens 90 Minuten betragen damit auch im Inneren des Packs die Wärme gleichmäßig verbreitet ist.


      rooikrans schrieb:

      die Außentemperatur kann da wohl nicht alleine kausal
      Nein aber die LiPo- Temperatur, wenn diese die 7°C Aussentemperatur angenommen haben

      rooikrans schrieb:

      die Akkus wurden geschützt und wärmeisoliert aufbewahrt.
      Das könnte nicht gereicht haben.

      Die Lösung kann heißen:
      Turnigy Programmierbare Lipo Batterie-Wärmer-Beutel (12V DC)

      Kostet knapp 15.-€ und sieht so aus:
      Warmer.jpg

      Temperatur ist einstellbar
      Uli
    • Hier noch ein Nachtrag zu meiner Aussage, dass die Leistung eines LiPo temperaturabhängig ist.
      Wie schon oben dargestellt, verändert sich die Leistung (nicht Kapazität) eines LiPo in Abhängigkeit von der Temperatur.

      Ich habe deswegen vor einiger Zeit einen 2S LiPo vermessen, um festzustellen, wie sich der Innenwiderstand und damit die Leistung eines LiPo unter unterschiedlichen Temperaturen verändert.
      Das Ergebnis:
      Messung-RI.png
      Man kann erkennen, dass der Innenwiderstand stark ansteigt, je niedriger die Temperaturen werden.
      Nach den "Bauerregeln" in diesem Bereich, ich meine das Ohmsche Gesetz und dass P = I * U (Leistung = Strom x Spannung) ist, kann nachvollzogen werden, dass bei niedrigen Temperaturen, die Spannung sinkt, ein höherer Strom gefordert wird, um die erforderliche Leistung (Watt) zu erzielen, die nötig ist, den Kopter in der Luft zu halten und deswegen der "Tank" schneller leer ist.

      Durch den höheren Strombedarf ist der LiPo natürlich schneller verbraucht und damit verringert sich die Flugzeit erheblich
      Uli